Projektpartner
Unser Verbundprojekt vereint Partner aus Kommune, Wissenschaft und Praxis. Ein kommunaler Akteur bringt die Perspektive der Anwendung ein, zwei Universitäten liefern die wissenschaftliche und methodische Grundlage und zwei Industriepartner unterstützen die praxisnahe Umsetzung. Gemeinsam arbeiten wir daran, innovative Lösungen effektiv in die Anwendung zu bringen.
Universität der Künste Berlin
Das Fachgebiet Versorgungsplanung und Versorgungstechnik (VPT) an der Universität der Künste Berlin forscht an energieeffizienten Gebäude- und Stadtenergiesystemen. Im Fokus stehen die Entwicklung von Simulationsmethoden, datenbasierten Analyseansätzen sowie innovativen Konzepten für Gebäude und Stadtquartiere.
In zahlreichen Projekten hat das Fachgebiet Methoden zur gebäudescharfen energetischen Analyse entwickelt, insbesondere durch die Verknüpfung von GIS-basierten Datensätzen mit physikalischen Simulationsmodellen. Diese Ansätze wurden auf unterschiedliche urbane Kontexte angewandt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Arbeiten münden unter anderem im Projekt EnergyMap Berlin, in dem ein digitales, gebäudescharfes Wärmekataster für das Land Berlin entwickelt wurde. Hierbei kamen KI-basierte Methoden zur Prognose von Energieverbräuchen zum Einsatz, die auf umfangreichen Datensätzen aus GIS-Analysen und weiteren Quellen basieren.
Im Projekt CO2OL ISLANDS übernimmt die UdK Berlin eine zentrale Rolle mit der Leitung der Arbeitspakete zu Gebäuden und Gebäudetechnik (AP2), zur Softwareintegration (AP6) und koordiniert das Gesamtprojekt (AP7). Zudem ist sie im Bereich Klima und Vegetation (AP5) beteiligt.
Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf
Charlottenburg-Wilmersdorf ist ein Berliner Bezirk, in dem auf einer Fläche von rd. 65 Quadratkilometern 343.625 Einwohnende leben (Dez. 2025). Die Verwaltung des Bezirks, das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, trägt durch die Arbeit seiner Abteilungen und Ämter aktiv dazu bei, die Stadt an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anzupassen und ihre Emissionsbilanz bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu gestalten.
Der in der Innenstadt besonders spürbare Urban Heat Island Effect hatte in der Vergangenheit bereits die intensive Befassung mit Fragen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung befördert. So wurde in Charlottenburg-Wilmersdorf das erste Konzept eines Berliner Bezirks für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels entwickelt. Verschiedene Ansätze im Umwelt- und Naturschutzamt verfolgen die Digitalisierung von Anwendungsdaten und die Entwicklung der Fähigkeiten zur Nutzung digitaler Simulationsmodelle z.B. im Bereich Stadtklima und in Prozessen der kommunalen Wärmeplanung. Die geothermische Kühlung von Gebäuden und Quartieren ist wegen steigender Temperaturen ebenso ein hochaktuelles Thema aufgrund der Tatsache, dass an der Schnittstelle von Klimaschutz und -anpassung bei der Gebäudeklimatisierung große Beiträge zur Energieeinsparung und Emissionsvermeidung erbracht werden können.
Im Projekt CO2OL ISLANDS befasst sich das Bezirksamt insbesondere mit der modellhaften Entwicklung eines verschiedene Fachämter übergreifenden digitalen Genehmigungsverfahrens für geothermische Anlagen und UI-/UX-Anforderungen an die Softwareentwicklung. Weitere Aufgaben sind die Integration von digitalen Bodenbelastungsdaten, nicht zuletzt auch die Begleitung von praktischen Anwendungsprojekten im Reallabor.
TU Berlin
Das Fachgebiet Ingenieurgeologie (Prof. Fernández-Steeger) sowie die Professur für Reservoir Engineering und geothermische Technologien haben sich in einer Vielzahl von Projekten mit Fragestellungen im Kontext der Energiewende und -transformation auf Quartiers- und Landesebene befasst. Im Rahmen des Projekts EnEff: HCBC (FKZ 03ET1354A) wurde insbesondere die Integration und Optimierung geothermischer Systeme in Wärme- und Kältenetze am Hochschulcampus Berlin-Charlottenburg untersucht. Dabei wurde ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der Energiequellen, Verteilinfrastruktur sowie Verbraucher gleichermaßen berücksichtigt.
Aufbauend auf einer in Kooperation mit der GASAG Solution Plus durchgeführten Masterarbeit wird im Rahmen des Vorhabens eine flurstückscharfe Analyse des geothermischen Potenzials für Erdwärmesonden im Raum Berlin weiterentwickelt, methodisch optimiert und in das CO₂OL ISLANDS-Tool integriert. Die Umsetzung erfolgt über eine Web-GIS-Applikation, die zugleich als zentrale Datengrundlage innerhalb des CO₂OL ISLANDS-Projekts dient.
Darüber hinaus wurden in weiteren Projekten umfangreiche Arbeiten zum Aufbau, zur Aufbereitung und zur Verarbeitung von Datenbanken und Datenstrukturen durchgeführt, beispielsweise zur Entwicklung KI-basierter Gefahrenhinweiskarten für Massenbewegungen sowie zum Aufbau von Geodienst-Infrastrukturen.
BTB
Die Blockheizkraftwerks- Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin betreibt im Südosten Berlins mehrere Heizkraftwerke sowie ein regionales, in sich geschlossenes Fernwärmeverbundnetz mit einer Länge von etwa 170 km und versorgt darüber rund 80.000 Wohnungen, Gewerbeimmobilien, öffentliche Einrichtungen sowie bedeutende Industrie- und Forschungsstandorte. Ein zentraler Baustein in der Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung der BTB ist die Errichtung eines Aquifer Thermal Energy Storage (ATES) am Kraftwerksstandort Adlershof. Das ATES-System speichert thermische Energie in Aquiferen (porösen Sandschichten), die Grundwasser enthalten und nutzt so den Untergrund als saisonalen Energiespeicher, um Wärmeüberschüsse aus den Sommermonaten in die Wintermonate zu verschieben. Das Gesamtsystem ist mit einer Leistung von ca. 12 MWth und einer Speicherleistung von ca. 36 GWh/a beplant und soll 2027/2028 erstmalig in Betrieb gehen. Die Beladung des Speichers in den Sommermonaten ist mit verschiedenen, erneuerbaren Erzeugertechnologien möglich, zunächst sind Überkapazitäten aus dem Holzheizkraftwerk- (HHKW)-Neukölln vorgesehen.
Im Projekt leitet die BTB das Arbeitspaket zu Verteilnetzen und zentralen Anlagen (AP4) und bringt ihre umfangreiche Erfahrung aus Planung und Betrieb von Energiesystemen ein.
GASAG Solution Plus
Die GASAG Solution Plus GmbH (GSP) als 100 % Tochter der GASAG AG ist Energiedienstleister, Contractor sowie Betreiber einer Vielzahl von Energieanlagen in Berlin und beliefert seine Kunden mit Wärme, Kälte, Strom und bei industriellen Abnehmern auch Dampf. Aufgrund der strategischen Ausrichtung der GASAG-Gruppe, bis 2040 alle Produkte und Angebote klimaneutral anbieten zu können, und da Wind, PV und Solarthermie im innerstädtischen Bereich, speziell im Bestand, nur vergleichsweise wenig Potential – gemessen am Bedarf – aufweisen, liegt ein großer Fokus auf der Nutzung oberflächennaher und mitteltiefer Geothermie. Die GSP hat umfangreiche und langjährige Fachkompetenz in Planung, Bau und Betrieb sowohl von Erdwärme-Sondenfeldern als auch von geothermischen Brunnenanlagen. Im Rahmen dieser strategischen Ausrichtung beteiligt sich GSP z.B. am laufenden Forschungsvorhaben Urban Ground Heat (FKZ 03EN3066) und befasst sich damit, die technischen, administrativen und regulatorischen Randbedingungen bei der Umsetzung von Geothermie in innerstädtischen Bestandsquartieren zu verbessern.
Im vorliegenden Projekt unterstützt GASAG Solution Plus insbesondere das Arbeitspaket Geothermie und Grundwasser (AP3) mit praxisnaher Expertise und trägt dazu bei, innovative Lösungen in die Anwendung zu bringen.
Informationen
Kontakt
- Projektkoordinator
- Prof. Dr.-Ing. Christoph Nytsch-Geusen
- Universität der Künste Berlin
- Institut für Architektur und Städtebau
- Fachgebiet Versorgungsplanung und Versorgungstechnik (VPT)
Das Verbundvorhaben CO2OL ISLANDS wird vom Projektpartner UdK Berlin koordiniert.
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